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Von Prerow bis zum Darß

Prerow Sonnenuntergang am Strand

Von Prerow bis zum Darß, der mittlere Teil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Über das Mallorca der DDR, eine sich ständig verändernde Küstenlandschaft und einer der ältesten Leuchttürme im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. In den letzten Beiträgen hatten wir bereits über den östlichen Zingst sowie Zingst berichtet. Daher ging unsere Reise weiter Richtung Prerow und Darß.

Halbinsel Fischland-Darß-Zingst 

Als Fischland-Darß-Zingst bezeichnet ist eine 45 Kilometer lange Halbinsel an der Ostseeküste zwischen Rostock und Stralsund.

Den südwestlichen Abschnitt der Halbinsel bildet das Fischland, gefolgt vom Darß und der sich nach Osten anschließenden Halbinsel Zingst. Der Darß gehört bereits zu Vorpommern, während Fischland historisch dem Landesteil Mecklenburg angehört. Die Grenze verläuft am Grenzweg in Ahrenshoop.

Auf Fischland-Darß-Zingst liegen die Gemeinden Wustrow, Ahrenshoop, Born am Darß, Prerow und Zingst. Die nördlichste Stelle der Halbinsel bildet der Darßer Ort mit seinem Leuchtturm. 

Prerow

Das ehemalige Fischer- und Seefahrerdorf Prerow wird umgeben vom Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und liegt Zwischen Zingst und Darßer Ort.

Der Name Prerow bedeutet so viel wie „Graben“ und galt zunächst dem Prerower Strom, dieser spielte bereits im 14. Jahrhundert eine wichtige Rolle als Wasserstraße zwischen Barth und der Ostsee.

Im 17. Jahrhundert entstanden drei Segelschiff-Werften, da die Prerower Seefahrt betrieben. Im Jahr 1872 setzte das schwere Ostseesturmhochwasser ganz Prerow unter Wasser. Daraufhin wurde der Prerower Strom, der östlich von Prerow die Ostee mit dem Bodstedter Bodden verband, geschlossen. 

Ende des 19. Jahrhunderts, mit Niedergang der Segelschifffahrt, wurde Prerow, besonders auch durch den weiten, weißen Sandstrand und der Abgeschiedenheit des Ortes, Bade- und Kurort. 

Prerow Sonnenuntergang am Strand mit Strandkorbjpg

Nach 1949 galt das Ostseebad Prerow als „Mallorca der DDR. Die Strände waren in sechs Reihen auf mehreren Kilometern Länge gefüllt. Im Sommer bevölkerten 20-mal so viele Urlauber wie Einwohner den Ort. Allein der Zeltplatz, das heutige Regenbogen Camp Prerow, beherbergte zeitweise über 10.000 Gäste. Quelle: Wikipedia.org

Prerow Sonnenuntergang am Strand

Besonders beliebt bei Urlaubern ist der direkt am Ort liegende 5km lange und bis zu 80m breite feinsandige Strand. Hier befindet sich einer der größten FKK-Strände Deutschlands. 

Prerow Sonnenuntergang am Strand

Der Darß

Der Darß schließt sich nordöstlich an das Fischland an und geht seinerseits im Osten in die Halbinsel Zingst über, die Grenze bildet hier der Prerower Strom und ist somit der mittlere Teil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Er hat eine Nord-Süd-Ausdehnung und eine West-Ost-Ausdehnung von jeweils zehn bis zwölf Kilometern.

Natürlich wollten wir möglichst viel vom Darß sehen und so entschieden wir uns zu einer schöne Rundwanderung von etwa 12km. 

Dafür haben wir am kostenpflichtigen Parkplatz (Tageskarte 5.-€ oder  pro Std. 1,-€) in Prerow am Bernsteinweg geparkt (Koordinaten N: 54.4521719 – E: 12.5533749). 

Vorweg muss ich sagen, es gibt die verschiedensten Möglichkeiten an den Darß zu kommen, von der Darßbahn über Pferdekutschen, per Fahrrad oder so wir  – zu Fuß. 

Nothafen Darßer Ort

Der erste Weg führte uns zum Nothafen Darßer Ort. Von unserem Parkplatz aus waren das etwa 3,1km. Entlang der Zeltplatzstraße Richtung Nordwesten, nach 2,7km geht es dann rechts weg Richtung Nothafen 

Blick af den Nothafen Darßer Ort

Am Darßer Ort wurde 1962 ein Manöverhafen für die Volksmarine von der Nationalen Volksarme der DDR errichtet. Der gesamte Darßer Ort wurde damals zum Sperrgebiet erklärt und durfte nicht betreten werden. 

Nothafen Darßer Ort

Heute liegt dieser Hafen innerhalb des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und wird noch als Nothafen genutz. Jedoch ist der heutige Nothafen wegen Versandung gefährdet. 

Am nördlichen Ende des Nothafens kommt man über einen Holzsteg mit Holzbänken und einer Aussichtsplattform an den nordöstlichen Strandbereich.

Nothafen mit Holzbohlenweg

Ein wunderschöner langer, naturbelassener, weißer Sandstrand mit Blick auf die Ostsee. 

Nordstrand Darßer Ort bis Prerow

Danach führte unser Weg über den großen Holzsteg am Nothafen auf die andere Seite.

Holzsteg am Nothafen

Nach etwa 150m ging es dann nach rechts weg, weiter Richtung Rundwanderweg Darßer Ort. Nach 50m kommt ein großer Fahrradparkplatz, ab hier geht es für alle zu Fuß weiter.

Darßer Ort

In den vergangenen 250-300 Jahren wurden Sand- und Sedimentablagerung an der Küste der Halbinsel Fischland abgetragen. Durch die überwiegende Westströmung als kleine Nehrung (schmaler Sandstreifen) abgelagert. So entstand der Darßer Ort. Auch heute noch unterliegt die Küste am Darß ständigen Veränderungen.

Der Darßwald ist ein 5800 Hektar großes Waldgebiet auf dem Westteil der Halbinsel Darß. Er ist Teil des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Der Bereich um Darßer Ort und der Nordwestteil des Waldgebietes gehören zur Schutzzone 1, in der keine menschliche Nutzung erfolgen soll und eine natürliche Entwicklung der Flächen angestrebt wird.

Im Norden besteht der Darßer Ort fast ausschließlich aus Sandbänken. Nördlich vorgelagert sind ausgedehnte Windwattflächen und die sog. „Bernsteininsel“ . Richtung Süden erhebt sich ein Dünengürtel, der eine imposante Höhe erreicht. Noch weiter südlich, befindet sich der Darßwald. 

Baumarten sind Kiefer, Stieleiche, Rotbuche sowie Erlen. Ein großer Teil des Bodens ist mit Adlerfarn bedeckt. Ebenso leben dort viele Wildtiere wie Rehe und Wildschweine.

Der etwa 2,7km lange Fußweg führt vorbei am Fukareksee und dem Liebbertsee,

Libbertsee

über Sandwege und Stege durch Wald, Freiflächen und Dünen. 

Blick auf Rundwanderweg und Libbertsee
Panoramaaufnahme Libbertsee

Immer wieder kommen Aussichtsplattformen und zwei Aussichtstürme sowie Holzbänke die zum Verweilen einladen und eine wunderschöne Aussicht bieten. 

Aussichtsturm am Libbertsee
Blick auf Libbertsee vom Aussichtsturm
Holzbohlenweg auf dem Rundwanderweg
Dünen am Darßer Ort

Leuchtturm Darßer Ort

Am Strand angekommen erblickt man schon den Leuchtturm Darßer Ort. Nach einem kurzen Spaziergang am Strand haben wir auch schon den Leuchtturm erreicht.

Leuchtturm Darßer Ort vom Strand aus

Der Leuchtturm Darßer Ort wurde als runder Turm aus roten Ziegeln 1847-1848 erbaut, 1849 in Betrieb genommen und ist somit einer der ältesten Leuchttürme an der deutschen Ostseeküste. Der Leuchtturm hat eine Höhe von 35,4m. Das Leuchtturmfeuer befindet sich in einer Höhe von 33m. Seit 1936 wird das Feuer elektrisch und seit 1978 ferngesteuert betrieben. Es warnt vor den Untiefen der Darßer Schwelle mit einer Leuchtweite von 42,6 Kilometer. 

Auf einer Tafel Richtung Leuchtturm steht: 

Seit 1952 geht vor dem Leuchtturm Darßer Ort jährlich 1 Meter Land durch die Küstendynamik verloren. Das Meer wird in ca. 50 Jahren den Leuchtturm erreichen. Das Bauwerk wird durch die Ostsee unterspült und die Gründung aus Eichenpfählen beginnt zu faulen. Nach und nach wird das markante Bauwerk Opfer der Wellen.

Seit März 1995 ist der Leuchtturm mit einer Aussichtsplattform für Besucher geöffnet. 

Im ehemaligen Wärterhäuschen des Leuchtturms befindet sich heute ein Cafe`. Auch befindet sich in den anderen Gebäuden das „Natureum“.

Das Natureum Darßer Ort ist eine seit 1991 bestehende Außenstelle des Meeresmuseums Stralsund. Es bietet sechs feste Ausstellungen: Naturraum Darßer Ort, Tiere der Darßlandschaft, Ostseeküste, Landschaft in Bewegung, Leuchtturmgeschichte und das Freigelände.

Öffnungszeiten:

  • Mai, September, Oktober täglich 10-17 Uhr
  • Juni bis August täglich 10-18 Uhr 
  • November bis April täglich 10-16 Uhr
Leuchtturm Darßer Ort

Danach führt uns der Weg auf dem Leuchtturmweg wieder zurück Richtung Prerow zum Parkplatz.

Wir können nur jedem empfehlen sich den Darßer Ort mit Leuchtturm anzusehen. Wir wissen nicht wie lange solch schöne Natur noch bestehen bleibt.

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Wir freuen uns auf eine spannende neue Woche und wünschen Dir einen guten Wochenstart.

Liebe Grüße 

Yvonne und Thorsten

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