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Tagebau Garzweiler

Heute geht es in unserem Beitrag um den Tagebau Garzweiler. Im Juli diesen Jahres hatten wir vom Tagebau Hambach berichtet, dem größten in betrieb befindlichen Braunkohletagebau in Deutschland. Daher haben wir nun auch den Tagebau Garzweiler besucht. 

Der Tagebau Garzweiler erstreckt sich westlich von Grevenbroich bis in das südliche Stadtgebiet von Erkelenz. Er bewegt sich seit 2006 im Anschlussfeld Garzweiler II. Dort lagern in maximal 210 Metern Tiefe 1,3 Milliarden Tonnen Braunkohle, die bis 2045 abgebaut werden.

Tagebau Garzweiler

Die Betriebsfläche beträgt 31 km² , auf einem genehmigten Abbaufeld von 114 km² . Die Kohleförderung beträgt 35-40 Mio. Tonnen pro Jahr. 

Im Tagebau Garzweiler sind 7 Schaufelradbagger und 7 Absetzer eingesetzt. Die Bandanlage hat eine Gesamtlänge von etwa 95 km.

Abbautechnik

Der Tagebau gliedert sich in zwei wesentliche Bereiche: die Gewinnungsseite, wo Schaufelradbagger Braunkohle und Abraum gewinnen, und die Verkippungsseite, wo Absetzer den Abraum wieder verteilen.

Tagebau Garzweiler

Beide Tagebauseiten sind durch kilometerlange Bandanlagen miteinander verbunden. Die Tagebaugeräte bilden somit eine Förderkette aus Gewinnungsgeräten (Schaufelradbagger), Transportmitteln (Bandanlagen) und Verkippungsgeräten (Absetzer).

Der Tagebau ist terrassenförmig angelegt; die einzelnen Arbeitsebenen werden in der Sprache der Bergleute Sohlen oder Strossen genannt.

Tagebau Garzweiler

Die Kohle wird überwiegend auf den unteren Sohlen gewonnen; die Bagger auf den darüber liegenden Sohlen tragen den Abraum, also die Deckschicht, ab. Förderbänder transportieren Kohle und Abraum zu einem Verteiler, dem Bandsammelpunkt. Dort werden die Massen auf unterschiedliche Transportwege geleitet: Die Kohle gelangt entweder zur Zwischenlagerung in den Kohlebunker am Rand des Tagebaus. Oder sie wird direkt zu den umliegenden Kraftwerken oder Veredlungsbetrieben transportiert. Das geschieht je nach Entfernung entweder mit Bandanlagen oder per Eisenbahn.

Der Abraum wird über Förderbänder auf die ausgekohlte Seite des Tagebaus geleitet, die so genannte Innenkippe. Auf den einzelnen Arbeitsebenen, die hier Strossen heißen, verteilen Absetzer den Abraum und schichten das Erdreich terrassenförmig auf, bis das Loch verfüllt ist.

Schaufelradbagger

Markenzeichen der Tagebautechnik sind die Schaufelradbagger, die größten Arbeitsmaschinen der Welt. 

Tagebau Garzweiler

Der größte Bagger des Tagebaus Garzweiler ist 96 Meter hoch, 240 Meter lang und 13.500 Tonnen schwer und kann täglich so viel Kohle fördern, dass damit eine 250 Kilometer lange LKW-Schlange beladen werden könnte.

Schaufelradbagger fördern sowohl Abraum als auch Kohle. Dies geschieht mit Schaufeln, die in ein Rad eingelassen sind wie die Zähne eines Zahnrades. Über eine schiefe Ebene rutscht das gebaggerte Material auf ein Förderband. Das Schaufelrad ist am Ende eines 70 Meter langen Fachwerkauslegers gelagert, der auch das Förderband für den Abtransport der Massen trägt. Der Schaufelradausleger ist ein Teil des schwenkbaren Oberbaus des Baggers und kann gehoben und gesenkt werden.

Das besorgt die Hubwinde auf dem Gegengewichtsausleger. Seile übertragen die notwendigen Hubkräfte über zwei markante Pylone aus Stahlfachwerk. Der Ballast am Ende des Gegengewichtsauslegers gleicht das Gewicht des Schaufelradauslegers aus. So kann der Bagger bis zu 28 Meter unter Geländekante baggern (Tiefschnitt) und Böschungen von 50 Metern Höhe abtragen (Hochschnitt).

Das Gewicht des Baggers ruht auf zwölf Raupenfahrwerken, die in drei Gruppen zusammengefasst sind und von denen jedes 3,80 Meter breit, 15,30 Meter lang und rund drei Meter hoch ist. Das Fahrwerk wird elektrisch angetrieben; die Fahrwerksmotoren der größten Bagger haben eine Nennleistung von 2.100 Kilowatt (kW); das entspricht 2.835 PS. Damit können sie zehn Meter pro Minute zurücklegen.

Ober- und Unterbau des Baggers sind über einen Drehkranz schwenkbar miteinander verbunden. Eine Zwischenbrücke verbindet den eigentlichen Bagger mit dem ebenfalls fahrbaren Beladegerät: Dort fällt die Kohle oder der Abraum auf das Förderband, das vom Bagger in Richtung Bandsammelpunkt führt.

Tagebau Garzweiler

Die Förderleistung der Bagger im Tagebau wurde im Laufe der Jahrzehnte erheblich gesteigert. Während der erste Eimerkettenbagger im rheinischen Braunkohlenrevier um das Jahr 1900 pro Tag ungefähr 2.000 Kubikmeter gewachsenen Boden abräumen konnte, liegt die tägliche Förderleistung eines modernen Großschaufelradbaggers 120-mal höher; sie beträgt 240.000 Tonnen Kohle oder Kubikmeter Abraum.

Vier Mann sind pro Schicht zur Bedienung eines Schaufelradbaggers erforderlich: Der Dienst habende Baggerführer steuert das Großgerät von einer Kanzel in der Nähe des Schaufelrads. Der Gruppenleiter überwacht Fahrmanöver und Grabarbeit vom Boden aus und gibt dem Baggerführer über Sprechfunk Anweisungen. Der Beladegeräteführer sitzt in einem Führerhaus über dem abführenden Förderband und achtet auf die ordnungsgemäße Übergabe der Kohle oder des Abraums. Die übrigen Mitglieder der Besatzung lösen die Geräteführer regelmäßig ab, ehe die Konzentration nachlässt.

Absetzer

Absetzer sind die Gegenstücke zu den Schaufelradbaggern. Was die Bagger auf der Gewinnungsseite des Tagebaus an Abraum abgetragen haben, verteilen die Absetzer in bereits ausgekohlten Tagebaubereichen.

Schaufelradbagger Tagebau Garzweiler

Über mehrere Förderbänder des Absetzers gelangt der Kies, Sand oder Ton auf den bis zu 100 Meter langen, höhenverstellbaren und schwenkbaren Abwurfausleger. Von dort aus stürzt der Abraum auf die Kippe. Jeder Absetzer wird von drei Mitarbeitern bedient und kann täglich bis zu 240.000 Kubikmeter Erdmassen verteien – und zwar auf den Punkt genau.

Quellenverweis Text: https://www.freizeitplaner2010.de/uploads/tx_touristica/Tagebau-Garzweiler.pdf

Rekultivierung 

Bei der Rekultivierung geht es um die Wiederherstellung einer ökologisch voll funktionsfähigen Landschaft, als Lebensgrundlage für die Natur und den Menschen. 

Von den meisten Tagenbaugruben in Deutschland ist mittlerweile nichts mehr zu sehen. Auf 1200 km² wurden bereits neue Landschaften mit Forst, Äckern und künstlichen Seen geschaffen, ebenso wie die Sophienhöhe am Tagebau Hambach. 

Rekultivierung Sophienhöhe

Am Tagebau Garzweiler wurden bisher 41,6 km² rekultiviert, darunter 30,8 km²  landwirtschaftliche Nutzfläche und 9 km² Forst.

Aussichtspunkt

Der Aussichtspunkt Jackerath befindet sich in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Jackerath (Koordinaten N: 51.0455776 – E: 6.4634559). Der sogenannte Skywalk, eine brücken-/stegartige Stahlkonstruktion als Aussichtsplattform, welche sich in den Tagebau Garzweiler erstreckt.

Skywalk Tagebau Garzweiler

Von dort aus hat man einen weiten Blick auf das mächtige Abbaugebiet. Der Parkplatz, direkt anliegend, ist kostenfrei. 

Damit sind wir auch schon am Ende unseres Beitrages angelangt. Wenn Dir unser Beitrag gefallen hat, freuen wir uns über ein Klick bei „Gefällt mir“ oder auch über ein Kommentar von Dir. 

Wir freuen uns auf eine spannende neue Woche und wünschen Dir einen guten Wochenstart.

Liebe Grüße 

Yvonne und Thorsten

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