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Die Lehrberger Kappl und der Biberlebensraum Moosgraben

Panoramablick Schillingsfürst

Im heutigen Beitrag berichten wir von der Lehrberger Kappl, einer Bergkappelle aus dem 14. Jahrhundert und dem Biberlebensraum Moosgraben bei Bechhofen.

Lehrberger Kappl

Lehrberger Kappl

Der Ort

Lehrberg, ist ein Ort (Markt) im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. 

Auf dem dazugehörigen Kapplberg steht die sogenannte Lehrberger Kappl, welche zugleich Lehrbergs Wahrzeichen ist.

Lehrberger Kappl

Geschichte der Kappl 

Vor über 500 Jahren bestimmten neben den Bischöfen von Eichstätt die Herren von Birkenfels zu Lehrberg das örtliche Geschehen. Dieser Adelsstamm hatte sich seit dem 13. Jahrhundert zu einer starken Herrschaft entwickelt und eine zahlenmäßig beachtliche Untertanenmannschaft geschaffen. Ein jetzt längst nicht mehr vorhandenes Bergschloss auf der östlichen Anhöhe bekundete sichtbar ihre Macht. Unweit davon, auf dem westlichen Vorsprung der Anhöhe, ließ ein Friedrich oder Eustachius von Lerpauer im Jahre 1430 diese Bergkapelle errichten. Von ihr steht heute nur noch der Turmstumpf, die so genannte Kapelle.

Die Gründe für die Erbauung sind unbekannt. Man kann jedoch annehmen, dass sich die Birkenfelser durch den Bau einer eigenen Kirche den Eichstätter Herren gleichstellen wollten. Die vielfache Meinung, dass die Kapelle als Sühnekapelle für einen Brudermord errichtet worden sei, ist irrig. Wie aus Archivalien zu entnehmen ist und wie auch Lehrbergs Ehrenbürger J.G. Scheibenberger schon 1930 zum 500jährigen Bestehen der Kapelle feststellte, erfolgte der Brudermord erst 10 Jahre nach der Erbauung der Kapelle, nämlich 1440. Damals hatte ein Seckendorfer – vermutlich bei Erbstreitigkeiten um das seit 1399 verwaiste Stammschloss in Birkenfels einen Georg zu Lerpauer entleibt. 

Lehrberger Kappl

Bauweise

Das Kirchenschiff maß in seiner Länge 15m und Breite 9m.  Der Turm, der heute noch fast gänzlich in seiner Höhe (jedoch ohne Dach) erhalten ist, wurde in quadratischer Grundform mit 7mx7m erstellt. Das ganze Kirchlein hatte also eine Gesamtlänge von 22 Metern. Der Bauherr ließ die Kapelle, die seinerzeit noch von Wald umgeben war, dem Heiligen Jobst weihen. 

Im Innern des ehemaligen Chorraumes sind noch heute die beiden gut erhaltenen Chorbögen und Wappen der einstigen Herren von Birkenfels zu Lehrberg zu sehen.

Lehrberger Kappl

Die Turmmauern, die unten eine Stärke von 1,20m und im oberen Teil von 0,90m aufweisen, sind aus grob zugehauenen Blasensandsteien errichtet. Die Eckquader waren zugerichtet worden, um eine Gradlinigkeit im Aufbau zu sichern. Das Steinmaterials hat sich über die Jahrhunderte gut gehalten. Lediglich die Mörtelfugen wurden immer wieder ausgewaschen. Deshalb erfolgten bereits Renovierungen in den Jahren 1870 und 1914. Im Jahr 1959 ließ der seinerzeitige Gemeinderat Wiederrum Ausbesserungsarbeiten vornehmen. Die Geldmittel hierfür spendete die Bevölkerung von Lehrberg und Umgebung. Sie bekundeten dadurch ihre Verbundenheit zu ihrem heimatlichen Wahrzeichen, das noch lange Zeiten vom Berg, herabgrüßen möge. 

Lehrberger Kappl

Es befindet sich 450m von der Kappel ein kostenfreier Parkplatz bei den Koordinaten N:  49.344856 – E: 10.519776.

Lehrberger Kappl

An diesem Ort hat man einen wunderschönen Blick auf die Gemeinde Markt Lehrberg, und bei schönem Wetter eine tolle Fernsicht.

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Moosgraben bei Bechhofen

Moosgraben bei Bechhofen

Der Moosgraben bei Bechhofen ist der linke Zufluss der Wieseth in Markt Bechhofen im Landkreis Ansbach. Hier liegt der „Biberlebensraum Moosgraben“.

Uns hat das Gebiet von weitem einfach sehr zugesagt und so hielten wir dort an. Man konnte erkennen das einmal eine Infotafel angebracht war, die Infotafel konnten wir dann auch in der Wiese liegend finden:

Moosgraben bei Bechhofen

„Biberlebensraum Moosgraben“

Moosgraben bei Bechhofen

Der BUND Naturschutz Bayern e.V. hat mit Hilfe des Bayerischen Naturschutzfonds und mit Spendengeldern entlang des Moosgrabens über 50.000 qm Lebensraum erworben. Seither hat sich dort eine ökologische Erfolgsgeschichte entwickelt. Als Initialzündung für die angestrebte Auen-Renaturierung wurden 2003 in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, an etwa 20 Stellen, mit dem Bagger wechselseitig Bachaufweitungen und Gumpen geschaffen. 

Einen deutlich stärkeren ökologischen Entwicklungsschub bewirkte wenige Jahre später die Zuwanderung einer Biberfamilie. Deren enorme Gestaltungskraft beschleunigte die Renaturierung der Bachaue enorm. Es entstanden Stillwasserbereiche als auch schnellfließende Bachstrecken. Auch die bizarr anmutenden, z.T. durch Biberstau oder –fraß abgestorbenen Bäume sind im ökologischen Sinn kein Schaden. Solche punktuellen Totholzbereiche sind voller Leben und bieten vielen Arten einen Lebensraum, den sie in Wirtschaftswäldern nicht mehr finden. Bewusst wird der gesamte Abschnitt der natürlichen Entwicklung überlassen. 

Moosgraben bei Bechhofen

Die faszinierende Tierart Biber ist die Schlüsselart für die Artenvielfalt in Auen schlechthin. In ihrem Schlepptau schaffen, oder verbessern Biber die Lebensbedingungen nahezu aller Auenbewohner. 

Bei Untersuchungen in westmittelfränkischen Biberrevieren, u.a. auch in diesem, wurden zum Beispiel nachgewiesen:

  • 86 wertgebende Pflanzenarten
  • 125 Vogelarten
  • 12 Amphibien- und Reptilienarten
  • 41 Libellenarten

Und nicht zuletzt: Biberschutz ist Hochwasserschutz. Die Wasserrückhaltung wird durch Biberdämme deutlich verbessert. Damit Biber diese Leistungen erbringen können, brauchen sie ausreichend Fläche, die in öffentlicher Hand (Gemeinden, Wasserwirtschaft) oder in Naturschutzeigentum ist.

Quellverweis: BUND Naturschutz in Bayern e.V.

Moosgraben bei Bechhofen

Dieser Ort befindet sich auf dem Biberweg 8 des Deutschen Alpenvereins Sektion Hesselberg, bei den Koordinaten N: 49.163172 – E: 10.537615.

Moosgraben bei Bechhofen

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Dinkelsbühl

Dinkelsbühl liegt im Landkreis Ansbach an der Romantischen Straße. Die Stadt ist aufgrund der gut erhaltenen spätmittelalterlichen Altstadt bekannt. Laut Focus hat Dinkelsbühl sogar die schönste Altstadt Deutschlands.

Am östlichen Rand der Altstadt fließt die Wörnitz entlang. Besonders zum Sonnenuntergang bietet sich hier ein fantastischer Fotospot.

Dinkelsbühl zur blauen Stunde

Wir hatten auf dem kostenpflichtigen Parkplatz Schwedenwiese geparkt (Koordinaten N: 49.068142 – E: 10.325507) von hier aus kommt man direkt über die „Wörnitzinsel“ zur Altstadt.

Die beleuchteten Altstadtmauer mit ihren Türmen, welche sich im Wasser spiegeln, laden zu einem romantischen Spaziergang ein.

Dinkelsbühl zur blauen Stunde_K3A0978-1

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Damit sind wir auch schon am Ende unseres Beitrages angelangt. Wenn Dir unser Beitrag gefallen hat, freuen wir uns über ein Klick bei „Gefällt mir“ oder auch über ein Kommentar von Dir. 

Wir freuen uns auf eine spannende neue Woche und wünschen Dir einen guten Wochenstart.

Liebe Grüße 

Yvonne und Thorsten

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