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Dechenhoehle Iserlohn

Kanzelgrotte Dechenhoele-Iserlohn

Diesmal nehmen wir Dich mit in die Dechenhöhle Iserlohn, eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands. Folge uns in eine faszinierende Höhlenwelt.

Im Oktober 2018 hatten wir bereits die Schlossberghöhlen Homburg besucht, welche uns sehr gefallen haben. Auch die von uns zuletzt besuchte Tropfsteinhöhle Wiehl war sehr schön. Daher wollten wir uns die Dechenhöhle nicht entgehen lassen, auch wenn dort keine Hunde erlaubt sind.

Geschichte der Dechenhöhle

Im Juni 1868 hatten zwei Eisenbahnarbeiter, bei Felsensicherungsarbeiten an der Bahnstrecke Letmathe-Iserlohn, ihren Hammer in einer Felsspalte verloren. Um den Hammer wieder zu beschaffen, liessen sie sich an einem Seil in die Felsspalte hinab und standen plötzlich in der ersten Halle einer wunderschönen Tropfsteinhöhle.

Kapelle-Dechenhöhle-Iserlohn

Benannt wurde die Höhle nach dem Oberberghauptmann Heinrich von Dechen, als Anerkennung für seine Beiträge zur Untersuchung der Geologie des Rheinlandes und Westfalens.

In der Kanzelgrotte Dechenhöhle

Die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft ließ die Höhle sofort zur Schauhöhle ausbauen. Der Eingang wurde mit einer Tür gesichert, Wege und Treppen angelegt, so daß die Höhle auf etwa 280 Meter Länge bis zur Kaiserhalle besichtig werden konnte.

Zwischen Kaiserhalle und Wolfsschlucht Dechenhöhle

Um 1910 wurde in der Wolfsschlucht eine Fortsetzung der Dechenhöhle entdeckt. Der Ausbau dieser Gänge für den Publikumsverkehr und die Anlage eines neuen Ausganges kurz vor dem westlichen Ende dauerte bis 1921. Seitdem beträgt die Länge des Führungsweges mehr als 400 Meter.

Dechenhöhle bei Wolfsschlucht

Die ersten Besucher wurden von Eisenbahnarbeitern bei Kerzenbeleuchtung durch die Höhle geführt. Ab 1871 beleuchtete man die Höhle mit Fettgas.

Höhlengang-Dechenhöhle bei Kapelle

Um die weitere Verrussung der Tropfsteine zu vermeiden, ersetzte dann ab 1890 elektrisches Licht die Gasbeleuchtung. Damit gehörte die Dechenhöhle weltweit zu den modernsten Besucherhöhlen mit einer der ersten elektrischen Beleuchtungsanlagen. 

In der Kaiserhalle Dechenhöhle

Über hundert Jahre lang stand die Dechenhöhle im Eigentum der Eisenbahngesellschaften. Als Höhlenführer wurden meist nicht betriebsdiensttaugliche Eisenbahner eingesetzt. 

Dechenhöhle Iserlohn Tropfsteinhöhle

Ende 1983 übernahm die im Eigentum des Märkischen Kreises und der Stadt Iserlohn stehende Mark Sauerland Touristik GmbH die Höhle. 1979 wurde an der Dechenhöhle ein Höhlenmuseum eingerichtet. Dieses wurde 2006 als Deutsches Höhlenmuseum Iserlohn erweitert und in den Räumen der ehemaligen Gastwirtschaft neu eingerichtet. 

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Eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands

Die Dechenhöhle ist ca. 902 m lang und liegt inmitten eines Höhlenparks von etwa 20 km Länge. Faszinierende Tropfsteingebilde, glitzernde Kristalle, ein Nixenteich und vieles mehr haben unseren Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

Gletschergrotte Richtung Kapelle Dechenhöhle

Eingang zur Dechenhöhle

Bereits beim Durchschreiten des Höhleneinganges erblickt man den ersten gigantischen Höhlenraum, welcher Kapelle genannt wird. Beim Blick zurück ist über der Eingangstür die Jahreszahl 1868 zu sehen sowie ein Pfeil welcher auf die Entdeckungsstelle der Höhle hinweist.

Kapelle

Kapelle Dechenhöhle Iserlohn
Kapelle-Dechenhoehle

Der erste Höhlenraum wird aufgrund seines kirchenähnlichen Gewölbes Kapelle genannt. Im hinteren Bereich befindet sich eine Stalagmitengruppe – die sogenannte Heilige Familie.

Dechenhöhle Tropfsteingebilde Kapelle

Wir folgen weiter dem Höhlengang, vorbei an den verschiedensten Tropfsteinformen

Dechenhöhle Höhlengang bei der Kapelle

Gletschergrotte und Laubengang

Laubengang Dechenhöhle

Hier findet man eher zierliche Tropfsteinsäulen und sogenannte Sintergardinen.

Laubengang Dechenhöhle Iserlohn

Von hier geht es dann weiter zu unserem persönlichen Highlight. Es sieht aus wie ein versteinerter Wasserfall.

Orgelgrotte

Orgelgrotte Dechenhöhle
Orgelgrotte Dechenhöhle Iserlohn

Aufgrund der hier üppigen Tropfsteinkaskaden, welche wie eine große Kirchenorgel aussehen, hat die Orgelgrotte ihren Namen erhalten. 

Orgelgrotte Dechenhöhle
In der Orgelgrotte Dechenhöhle

Vorhanggrotte

Vorhanggrotte Richtung Königshalle Dechenhöhle

Hier befindet sich eine von vielen Sonderformen, die sogenannten Sintervorhänge. Die lappenartigen Gebilde entstehen an schrägen Flächen. Das Wasser tropft hier nicht zu Boden, sondern läuft die Felswand entlang – immer wieder auf der gleichen Bahn.

Vorhanggrotte Dechenhöhle

Königshalle

Königshalle Dechenhoehle Iserlohn

An der südlichen Wandseite befinden sich die mit etwa 70 Grad nach Norden einfallenden Kalkbänke.

Königshalle Dechenhoele

Am Ende der Königshalle Befinden sich rechter Hand zwei mächtige Stalagmiten der älteren Sintergeneration. 

Königshalle Dechenhöhle Iserlohn
Königshalle Dechenhöhle

Auch befindet sich in der Königshalle die seit 1999 eingerichtete geologisch-paläontologische Ausgrabung. 

geologisch-paläontologische Ausgrabung Dechenhöhle

Kanzelgrotte

Kanzelgrotte Dechenhoele-Iserlohn

Aufgrund einer in Form einer Kirchenkanzel ausgewaschenen, herabhängenden Felsstück. In Mitten der Kanzelgrotte hängt von der Decke der Höhle der sogenannte Kronleuchter herab. Eine wunderschöne und faszinierende Stalaktitengruppe. 

Kanzelgrotte Dechenhoele Iserlohn

Danach geht es weiter über die Treppe 8 m hinauf auf Versturzfelsen und schon ist man in der 

Nixengrotte Dechenhöhle

Nixengrotte

Nixensee Dechenhoele Iserlohn

In der Nixengrotte befindet sich auch der 1,50m tiefe Niexenteich. Bei unserem Besuch war der Nixenteich nicht vollständig gefüllt. 

Nixensee Dechenhöhle

Von der Nixengrotte weiter hat man einen guten Blick in die 

Höllenschlucht

Blick in die Höllenschlucht Dechenhöhle Iserlohn
Blick in die Höllenschlucht Dechenhöhle Iserlohn

Danach führt eine Treppe wieder nach unten.

Grufthalle

Grufthalle Dechenhoehle

Hier zeigt sich gleich die Namensgebung an einem umgestürzten länglichen Tropfstein, welcher an einen Sarg erinnert. An der Rückwand der Halle schlängelt sich ein Sintervorhang hinab. Dies ist der größte Tropfsteinvorhang der Höhle. Ebenso weist seine rotbraune Farbe auf Eisenoxyd-Einlagerungen hin. 

Grufthalle Dechenhöhle mit Tropfsteinvorhang

Palmengrotte

Palmengrotte Dechenhöhle

In der Palmengrotte befinden sich Stalagmiten welche die Form einer Palme haben. Das Prachtstück ist die 2,80m hohe Palmensäule. 

Palmengrotte Dechenhoehle
Palmengrotte Säulenhalle Dechenhöhle

Säulenhalle

Säulenhalle Dechenhöhle

Direkt nach der Palmengrotte gelangt man zur Säulenhalle. Dort befinden sich viele Tropfsteinsäulen und mehreren tausend kleine und größere Sinterbecken.

Säulenhalle Dechenhoehle
Säulenhalle Dechenhöhle Iserlohn

Kristallgrotte

Kristallgrotte Dechenhöhle

Zahlreiche Riffkalkfossilien bedecken hier die Wände und entlang eines langgestrickten flachen Teiches haben sich viele kleine Calcitkristalle gebildet.

Kristallgrotte Dechenhöhle
Kristallgrotte Dechenhöhle Iserlohn
Kristallgrotte Richtung Kaiserhalle Dechenhöhle

Der Weg in der Kristallgrotte führt weiter an vier großen Stalagmiten vorbei. 

Kaiserhalle Dechenhöhle Baumkuchen

Kaiserhalle

In der Kaiserhalle angekommen, sollte man den ersten Blick zurück werfen auf den prächtigsten Stalagmiten der Dechenhöhle, den Baumkuchen oder auch Tropfsteinkaiser genannt.

Kaiserhalle Baumkuchen Dechenhoehle

Ebenso erblickt man eine mehrere Meter hohe Sinterkaskade die nach unten in lange Sinterhorhänge ausläuft. Diese sind sogar musikalisch, wie uns Herr Dreyer vorführte.

Kaiserhalle Dechenhöhle Iserlohn

Danach gelangt man in den größten Raum der Höhle, die

Wolfsschlucht 

Wolfsschlucht Dechenhöhle

Hier wird der Gangverlauf stark durch Versturz und eingebrachte Sedimente überprägt.

Wolfsschlucht Dechenhoehle

Der gesamte Bodenbereich der Wolfsschlucht ist mit abgestürzten Blöcken bedeckt. Hier wurde der Führungsweg durch Sprengungen und Abgrabenden angelegt. 

Wolfsschlucht Dechenhoehle Iserlohn

Auf dem weiteren Weg Richtung Ausgang grub man sich unter einem mit Tropfsteinen geschmückten Sintergang hindurch etwa 2 m tief in die Bodenschichten hinein.

Dechenhöhle Iserlohn Tropfsteinhöhle

An den Wänden sind mehrere horizontal verlaufende Sinterdecken zu erkennen, die eine wechselnde Abfolge von Sinterbildungen und Sedimentablagerungen aus den letzten 400.000 Jahren belegen.

Richtung Ausgang Dechenhöhle

Über den sogenannten Gemüsegarten führt uns der künstliche Ausgangsstollen wieder zurück ans Tageslicht. 

Höhlenausgang Dechenhöhle Iserlohn

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals herzlich bei Herrn Rasmus Dreyer für die tolle Führung und die vielen Erklärungen bedanken. 

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Parkmöglichkeiten Dechenhöhle

Es befinden sich direkt am Deutschen Höhlenmuseum öffentliche und kostenfreie Parkplätze (Koordinaten N: 51.3654938 – E: 7.6436888) .

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Öffnungszeiten, Eintrittspreise und weitere Infos zur Dechenhöhle findest Du hier: http://www.dechenhoehle.de/site.php?site=besucherinfo&sec=1

Amethyst im Höhlenmuseum

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Wir wünschen Dir einen schönen 3. Advent und einen guten Start in die neue Woche.

Liebe Grüße 

Yvonne und Thorsten

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